Keine zentrale Lösung für Grundwasserproblem

Keine zentrale Lösung für Grundwasserproblem

Das Blumenviertel in Neukölln hat ein Grundwasserproblem: Anwohner klagen über nasse Keller und einen steigenden Wasserspiegel. Die CDU-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Neukölln forderte das Bezirksamt daher in einem Antrag auf, sich beim Senat für den Bau einer neuen Brunnengalerie einzusetzen.
Antragsteller Olaf Schenk wollte so erreichen, dass die bereitgestellten Mittel allen Anwohnern zu Gute kommen und nicht wie bislang geplant nur für Einzelmaßnahmen verwendet werden.
Im Ausschuss für Haushalt, Wirtschaft, Verwaltung und Gleichstellung wurde der Antrag allerdings abgelehnt – zum Leidwesen der Anwohner. Denn wie das Gutachten eines Anwohners zeigt, ist die individuelle Grundwasserregulierung nicht wirtschaftlich. Aufgrund der viel zu hohen jährlichen Kosten bei der Einzelwasserhaltung werden die vom Senat bereitgestellten Mittel wahrscheinlich gar nicht abgerufen werden können.
Bei einer Berechnung des Aufwands für die Einzelwasserhaltung im Jahr 2017 im Rahmen einer Veranstaltung im Rathaus Neukölln veranschlagte man diesen um sechs Mal höher als bei einer zentralen Grundwasserhebeanlage.
Laut dem Anwohnergutachten machen die Planungskosten dabei nur einen Bruchteil der Gesamtkosten aus, entgegen der Äußerungen des Bezirksbürgermeisters Martin Hikel (SPD).
Dass die Ausschussmitglieder den Antrag abgelehnt haben, verwundert angesichts der Informationslage. Alle Mitglieder haben im Vorfeld die Präsentation aus dem Rathaus Neukölln erhalten und waren über die Unwirtschaftlichkeit der Einzelwasserhaltung im Bilde. Ausbaden müssen das Problem jetzt die Anwohner im Blumenviertel.